16/12 2015:
Duell ohne Rivalität



Aileen las aus Harry Potter.


Denise konnte die Jury überzeugen.


Nach dem Vorlesen wurde geheim beraten und abgestimmt.


Gemeinsam warteten Aileen und Denise auf die Entscheidung der Jury.


Verlierer gibt es nicht, nur eine erste und eine zweite Siegerin.

 Denise Urbanek und Aileen Knackstädt lasen um den Schulsieg beim Vorlesewettbewerb

 von Christian Dolle

 

Den Sieg in ihren Klassen hatten sie bereits geholt, jetzt stand Aileen Knackstädt und Denise Urbanek noch das Duell um den Schulsieg beim diesjährigen Vorlesewettbewerb bevor. Aufgeregt waren beide Sechstklässlerinnen, denn immerhin sahen und vor allem hörten beide Klassen, einige Lehrer und vor allem eine kritische Jury zu als sie am Freitag in der Aula der Hauptschule Neustädter Tor aus ihren Büchern vorlasen. Doch von Konkurrenzdruck und Rivalität war nichts zu spüren.

 

Während Annette Schelper in ihren einführenden Worten über den bundesweit ausgetragenen Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, an dem jährlich etwa 600.000 Schülerinnen und Schüler teilnehmen, und über die Kraft der Fantasie und der Literatur sprach, wünschten sie sich gegenseitig Glück.

 

Dann durfte zuerst Aileen und anschließend Denise auf der zum gemütlichen Lesezimmer umgestalteten Bühne ihr Bestes geben. „Harry Potter und der Stein der Weisen“ hatte Aileen sich ausgesucht und entführte ihre Zuhörer in die magische Welt des Zauberlehrlings. Einige schwierige Wörter tauchten als Stolpersteine darin auf, doch die meisten davon gingen ihr trotz Aufregung ganz leicht über die Lippen.

 

Auch Denise verhaspelte sich selten als sie aus „Von Ballzauberern und Zauberponys“ aus der Reihe Leserabe eine Geschichte las, in der es um die Vorbereitung auf ein Fußballturnier ging. Ein wenig war das vielleicht mit ihrem eigenen Kribbeln vor dem Vorlesewettbewerb zu vergleichen, jedenfalls las sie betont und mitreißend.

 

Beide Schülerinnen bekamen viel Applaus, doch dann zog sich die Jury, bestehend aus Lina Haumann, Anna Przyklenk, Anna Rosenthal, Jan Erxleben (alle 10b) und Alessio Pintus (8a), zurück, um sich zu beraten. Dabei urteilten die älteren Schüler äußerst differenziert und ernsthaft, bewerteten in den Kategorien Lesetechnik, Interpretation und Textauswahl und kamen schließlich zu einem Ergebnis.

 

„Ihr habt das beide echt gut gemacht“, leiteten Anna und Lina die Entscheidung ein, „doch muss es ja einen ersten und einen zweiten Sieger geben.“ Bei Aileen und Denis stieg jetzt zwar die Spannung, doch sie saßen immer noch gemeinsam auf ihren Plätzen und harrten aus, wer von ihnen die Hauptschule denn im Frühjahr beim Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs vertreten durfte.

 

Dann endlich wurde es verraten – die Jury war der Meinung, dass Denise heute noch ein kleines bisschen besser gelesen hatte und somit als Schulsiegerin gekürt werden sollte. Natürlich war Aileen die erste, die ihr herzlich gratulierte.